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Wird die PPWR noch verschoben oder ausgesetzt?

Nein. Die PPWR (Verordnung (EU) 2025/40) gilt seit dem 12. August 2026 unmittelbar in allen Mitgliedstaaten, und es existiert kein Gesetzgebungsverfahren, das sie aussetzen oder verschieben würde (Stand: 23. Oktober 2026). EUR-Lex verzeichnet zwei Änderungsvorschläge der Kommission, beide nicht beschlossen: Der eine sieht die vorübergehende Aussetzung der Bevollmächtigten-Pflicht aus Art. 45 Abs. 3 vor, der andere würde Art. 63 („Umweltorientierte Auftragsvergabe“) in ein neues EU-Vergaberecht verlagern, das erst zwei Jahre nach seinem Inkrafttreten gelten würde. Keiner der beiden berührt den Geltungsbeginn oder die Konformitätserklärung. Zur Bevollmächtigten-Pflicht haben Parlament und Rat inzwischen unterschiedliche Positionen beschlossen: Das Europäische Parlament will sie (Beschluss vom 20. Oktober 2026) nur für Kleinst- und Kleinunternehmen mit Sitz in der EU aussetzen, bis 2035 oder bis zur Geltung eines EU-Rahmens für die Herstellerverantwortung, falls dieser früher kommt. Der Rat will sie (Mandat vom 21. Oktober 2026) für jeden anderen Mitgliedstaat aussetzen, in dem ein in der EU ansässiger Erzeuger weniger als eine Tonne Verpackung im Kalenderjahr erstmals bereitstellt, bis 2032. Geltendes Recht wird daraus erst, wenn sich beide einigen. Bis dahin ruft die Kommission die Mitgliedstaaten auf, die Pflicht pragmatisch durchzusetzen und von Sanktionen abzusehen (Kommissionsseite für kleine Unternehmen). Die Bundesregierung hatte am 8. September 2026 eine Zehn-Tonnen-Schwelle und eine Aussetzung der Registrierung bis Mitte 2028 vorgeschlagen (Pressemeldung des Bundesumweltministeriums); beides steht in keiner der beiden Positionen, und das Parlament hält die Registrierungspflicht ausdrücklich aufrecht. Die Konformitätserklärung betrifft keiner dieser Vorschläge.

Der Hintergrund der Schlagzeilen: Rund um den Geltungsbeginn haben Handels- und Branchenverbände ein Moratorium gefordert, und Medien berichteten über informelle Äußerungen aus Brüssel, die Mitgliedstaaten sollten bei Sanktionen zurückhaltend sein. Beides ändert die Rechtslage nicht: Forderungen und anonyme Zitate setzen eine geltende Verordnung nicht aus. Auch die beim Gericht der EU anhängigen Klagen gegen die Verordnung haben keine aufschiebende Wirkung (Art. 278 AEUV). Richtig ist: Die Kommission beschreibt in ihren FAQ eine Vollzugslinie, nach der Behörden bei Verstößen zunächst auf Korrektur hinwirken sollen. Das ist Vollzugspraxis, keine Aussetzung. Welche Pflichten seit dem Stichtag konkret gelten, zeigt unser Überblick PPWR seit 12. August 2026.

Zum Vertiefen

PPWR seit 12. August 2026: Was Unternehmen jetzt tun müssen

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